Produktlaunch am 23.09.2026 in der winebank in Hamburg

Wir hatten einen richtig schönen Nachmittag, haben unsere ersten Fusions ausgeschenkt, spannende Pairings probiert und viel darüber gesprochen, was alkoholfreie Begleitung heute und in Zukunft leisten kann.

Fotos: Sarah Buth

Was uns am Tisch noch fehlte

Es gibt zwar schon einige alkoholfreie Begleiter für ein gutes Essen, aber mal ehrlich: Viele davon sind süß oder mit Kohlensäure versetzt. Es fehlte eine wirklich trockene, stille Alternative im Glas. Und ganz besonders habe ich mich nach einer richtig charakterstarken, roten Sorte gesehnt – genau das, was Odelie heute verkörpert.

Aus der Küche ins Glas

Wie nähert man sich so einem Thema? Ich habe mich durch unzählige alkoholfreie Getränke probiert und mich in Fachbücher wie Nicole Klauss’ „Alkoholfrei“ oder Mariella Erkens’ „Tea. Wine’s sober sibling“ vertieft. Am meisten hat mir dabei aber mein Hintergrund als Koch geholfen. Genau so, wie ich in der Küche mit Gewürzen arbeite, um einer guten Soße den letzten Schliff zu geben, bin ich auch die Entwicklung unserer Getränke angegangen.

Cheers 2 Peers

Es war mir von Tag eins an wichtig, eine ganz eigene Handschrift zu entwickeln. Vorbilder wie Jörg Geiger oder Muri-Drinks haben das grandios vorgemacht und als echte Pioniere ihren unverwechselbaren Stil gefunden. Wir wollten aber niemanden kopieren oder krampfhaft versuchen, Wein zu imitieren. NORTHÉ steht selbstbewusst für sich und bringt seinen ganz eigenen Charakter an den Tisch.

Ein Blick nach vorn

Wir stehen hier erst am Anfang einer wunderbaren Reise. Ich bin fest davon überzeugt, dass sich die alkoholfreie Begleitung in den nächsten zehn Jahren von einer netten Nischen-Option zu einem völlig gleichberechtigten Standard in der Gastronomie wandeln wird. So wie wir heute aus einer breiten Weinkarte wählen, werden wir zukünftig ein genauso spannendes und abwechslungsreiches Angebot an alkoholfreien Begleitern haben.

Wo wir herkommen

In den historischen Backstein-Speichern unseres Hamburger Hafens lagerten schon immer die Schätze der Welt: Tee aus Asien, Gewürze aus Orient und Okzident, Kaffee aus Südamerika. Diese Weltoffenheit und die alten Handelswege unserer Hansestadt nutzen wir heute, um genau die besten Rohstoffe der Erde für unsere Fusions zusammenzubringen.

Warum ausgerechnet Tee

Tee ist für uns die perfekte Basis. Er bringt natürliche Gerbstoffe und Tannine mit – genau das, was wir für eine trockene, wirklich komplexe Aromatik brauchen. Natürlich sind wir nicht die Ersten, die Tee verwenden, aber meine Suche galt von Anfang an jenen ganz besonderen Sorten, die im Glas ein völlig neues, eigenes Geschmackserlebnis zaubern.

Keine Kompromisse am Gaumen

Reichen Fruchtsäfte oder Limonaden nicht aus? Ehrlich gesagt: Nein. Als echte Essensbegleiter taugen sie meist nicht, weil ihnen einfach die strukturelle Länge fehlt und sie, was die Nährwerte betrifft, oft wie eine kleine Mahlzeit daherkommen. Ein großer Wein lebt schließlich auch nicht nur von der reinen Frucht, sondern vom spannenden Spiel aus Gerbstoffen, Mineralsalzen und Säure. Tee ist für uns die einzige Pflanze der Welt, die von Natur aus eine vergleichbare Komplexität an Tanninen mitbringt. Wenn wir unseren Tee handwerklich präzise extrahieren, legt er sich wie ein feiner Teppich über den Gaumen, schafft Struktur, trocknet leicht nach und bereitet die Zunge perfekt auf den nächsten Bissen vor. Ein Saft oder eine Limo würde hier einfach nur alles überlagern.

Die Seele des Tees

Tee ist eines der ältesten und faszinierendsten Kulturgüter, die wir haben. Hier in Hamburg schlägt das Herz des europäischen Teehandels – ein Erbe, das uns jeden Tag inspiriert. Ähnlich wie beim Wein bestimmt auch beim Tee das Terroir, also das Zusammenspiel aus Boden, Mikroklima und Sonnenschein, den finalen Geschmack. Mit unseren teebasierten Fusions wollen wir eine Brücke schlagen: vom jahrhundertealten Ritual hin zu einer modernen Genusskultur. Es geht uns darum, dem Moment des allerersten Schlucks wieder bewusst Raum zu geben. Ganz unaufgeregt, aber mit höchster Intensität.

Trial and Error

Die ersten Schritte bestanden vor allem darin, herauszufinden, was alles nicht funktioniert. Daraus lernt man am meisten. Ich habe etliche Ansätze getestet, bei denen ich im Nachhinein dachte: „Zum Glück muss das niemand anderes trinken!“ Teilweise habe ich Zutaten ganz bewusst überdosiert, einfach um ein Gefühl für die Wirkung der Kräuter, Tees und Gewürze zu bekommen. Ich musste diese Zutaten erst in ihrer reinsten Form verstehen, um sie später gezielt und harmonisch einsetzen zu können.

Der Moment der Wahrheit

Richtig spannend wurde es dann in dem Moment, als wir unseren Teeauszügen die Aromatik und das feine Säureprofil natürlicher Fruchtsäfte hinzugefügt haben. Da wurde die Sache plötzlich rund. Erst durch die Fusion dieser beiden Arbeitsschritte entstand genau die Tiefe und Komplexität, die wir uns immer vorgestellt hatten. Das war dieser absolute „Wow, das wird richtig gut“-Moment.

Wie NORTHÉ seinen Namen fand

NORTHÉ ist für uns weit mehr als nur ein Name. Er verbindet die raue, ehrliche Schönheit unseres europäischen Nordens mit einem feinen Sinn für Ästhetik. Der Norden steht für Klarheit, kühle Brisen und eine kompromisslose Rückbesinnung auf das Wesentliche. Das war die Inspiration: klar strukturiert, erfrischend und frei von allem unnötigen Ballast. Wenn die emotionale Tiefe und Leichtigkeit des französischen Savoir-Vivre auf diese unaufgeregte, nordische Gelassenheit trifft, entsteht für mich die Seele von NORTHÉ. Einerseits die nordische Liebe zur Natur und zu klarem Purismus, andererseits die Faszination für komplexe Gastronomie. Gekrönt wird das Ganze vom „Thé“, dem Tee als Herzstück unserer Getränke. Aus dieser Symbiose wächst ein Stil, der zeitlos modern wirkt.

Handwerk und Sorgfalt

In der Herstellung braucht jede unserer Sorten ihr ganz eigenes, zeitlich exakt abgestimmtes Auszugsverfahren. Wir haben uns für die Entwicklung und Rezeptierung ganz bewusst viel Zeit genommen. Keine Schnellschüsse, sondern echte Sorgfalt. Wir haben so lange probiert, verworfen und wieder optimiert, bis das Ergebnis kompromisslos unserem Qualitätsanspruch entsprach.

Für den perfekten Moment am Tisch

Unsere Getränke haben wir von Anfang an mit dem klaren Fokus auf das perfekte Food-Pairing in der Gastronomie entwickelt:

Odelie: Hält mühelos auch mit kräftigen, intensiven Speisen mit.

Mineris: Unser eleganter Begleiter für feine, säurebetonte Gerichte.

Alvalume: Einfach wunderbar zu Meeresfrüchten oder zu raffinierten Desserts mit Nüssen.

Wie unsere Fusions zu ihren Namen kamen

Die Namensfindung war für mich ein ganz intuitiver Prozess. Manchmal stand ich vor dem fertigen Glas und habe es gewissermaßen einfach gefragt: „Wie heißt du eigentlich?“ Die Antworten ergaben sich dann fast von selbst aus dem Zusammenspiel von Farbe, den Inhaltsstoffen und dem Geschmack auf der Zunge. So wurden Odelie, Mineris und Alvalume geboren. Ich erinnere mich noch gut an die Verkostung unseres Rosés: Die Sonnenstrahlen fielen genau durch das Glas, das Licht brach sich in der Flüssigkeit, und genau dieser Moment inspirierte mich zu dem Namen „Alvalume“. „Mineris“ wiederum nimmt ganz klaren Bezug auf die wunderschön ausgeprägte Mineralität dieses Getränks, während unsere „Odelie“ für mich eine echte Hommage an eine tiefgründige, vielschichtige Symphonie der Aromen ist.